Friedrich August von Hayek
Österreichischer
Ökonom
Beruflicher und privater Werdegang
Friedrich
August von Hayek wurde am 8. Mai 1899 in Wien geboren. Als junger Soldat diente
er 1917/18 war Hayek als Artillerieoffizier in der KuK-Armee. Seine Eltern waren
mit Eugen
von Böhm-Bawerk
befreundet, der Hayeks oft besuchte. Ab 1918 studierte er an der Universität
Wien offiziell Rechtswissenschaft. Hayek beendete 1921 sein Rechtsstudium und
entschied sich Staatswissenschaften zu studieren. Bis dahin war Hayek ein gemäßigter
Sozialist gewesen; infolge der Lektüre des Buches
Die
Gemeinwirtschaft von Ludwig
von Mises wandte er sich von
sozialistischen Ideen ab und pflegte in der Folge Kontakt zu den großen Repräsentanten
der zweiten Generation der
österreichischen
Schule wie
Carl
Menger und insbesondere zu
seinem Doktorvater
Friedrich
von Wieser. Später trat Hayek
ins Österreichische Abrechnungsamt für Kriegsschulden ein, dessen Direktor
eben Ludwig von Mises, der ihm 1923 Stipendium der Rockefeller Stiftung
besorgte. Er promovierte im selben Jahr und nahm bis 1924 an Vorlesungen der New
York University und der Columbia University teil und besuchte das National
Bureau of Economic Research (NBER). Hayek überzeugte von Mises zur Gründung
einer vergleichbaren Einrichtung in Österreich, dem Österreichischen
Institut für Konjunkturforschung. Zusammen mit von Mises war es dessen
Direktor von 1927 bis 1931.
Im
Jahre 1926 heiratete Hayek Berta Maria von Fritsch, mit der er zwei Kinder
hatte. Hayek habilitierte 1929 in Politischer Ökonomie und wurde Privatdozent
an der Universität Wien. Neben Ludwig von Mises war er im 20. Jahrhundert der
wichtigste Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und ein
Verfechter des freien Marktes.
Nach
dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise wurden einige Ökonomen im Ausland auf von
Hayek aufmerksam. So berief in Lionel Robbins, der Leiter der
wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung der London School of Economics 1931 an
die London School of Economics. Seine Vorlesungen wurden im selben Jahr unter
dem Titel Prices and Production als Buchform
veröffentlicht.
Dennoch
änderte sich 1936 sein Renommee mit dem erscheinen von John Maynard Keynes Buch
The General Theory of Employment, Interest and Money.
In Scharen liefen Ökonomen, einschließlich seines Förderers Lionel Robbins
und Hayeks Schüler zu Keynes über. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde von Hayek
vom Superstar zum Außenseiter. Warum von Hayek kein Werk gegen die Theorie von
Keynes verfasste ist unbekannt.
Im
Jahre 1938 nahm Hayek an einer Konferenz in Paris mit
Wilhelm
Röpke,
Walter
Eucken und anderen
Teil. Es entstand das
Konzept
des Neoliberalismus
als langfristige
Wirtschaftspolitik; Hayek selber gehört zu den klassischen Liberalen, als den er
sich selber auch sah. Die Auseinandersetzung mit Keynes überließ er aber anderen
Ökonomen und begann sich zunehmend für philosophische und juristische Fragen
zu interessieren.
So blieb es Milton Friedman überlassen, Jahrzehnte später Keynes zu
widerlegen.
Im
Jahre 1947 gründete Hayek mit Ludwig von Mises, Karl
Popper, Milton Friedman,
Frank
Knight und
sechsunddreißig weiteren Wissenschaftler im Hotel du Parc in Mont Pèlerin bei
Vevey am Genfer See, eine liberale Studien- und Diskussionsgesellschaft, die
Mont
Pèlerin Society.
Persönliche
Umstände gaben seinem Leben eine letzten Endes fruchtbare Wendung. Bald nach
1947 musste Hayek feststellen, dass seine Ehe unheilbar zerrüttet war. Er
beantragte die Scheidung, aber seine Frau war damit nicht einverstanden. Im
folgenden Scheidungsprozess ergriffen Hayeks Kollegen Partei für seine Frau. Es
fand sich in der Rolle eines Mobbing-Opfers wieder. Lionel Robbins und die
anderen Ökonomen weigerten sich mit Hayek zu sprechen. So wechselte er 1950 an
die University of Chicago.
Er
übernahm den Lehrstuhl für Social and Moral Sciences. Die Position galt zwar
als Abstieg, schließlich war er nicht mehr als Ökonom tätig, aber die nun
folgenden 12 Jahre der Zusammenarbeit
mit Milton Friedman, Frank Knight, Aaron Director und etwas später auch mit
George Stigler waren fruchtbar und für ökonomische Denken bis heute prägend. Er
veröffentlichte 1960 sein Hauptwerk
Die Verfassung der Freiheit
(engl.: The Constitution of
Liberty).
Hayek
wendet sich in dem Buch gegen jeden Versuch, eine Gesellschaft bewusst
konstruieren zu wollen. Er sieht die Gesamtheit der Marktteilnehmer immer als
wissender an, als irgend eine Steuerungsbehörde. Er begründete ausführlich
das Prinzip von Adam Smith „unsichtbarer Hand“. So stellt das
"Entdeckungsverfahren" des Wettbewerbs einem evolutionären Prozess
dar, welches eine spontane Ordnung besitzt. Dieser ist nicht das Ergebnis eines
menschlichen Entwurfs und hat keinen allgemeinen Zweck.
1962
nahm Hayek eine Professur an der Universität Freiburg an und wurde kurz darauf
Vorstandsmitglied des Walter-Eucken-Instituts. 1967 wurde er emeritiert, lehrte
aber bis 1969 weiter. Von Hayek starb im Alter von 92 Jahren am 23. März 1992 in
Freiburg im Breisgau.
Ein
bemerkenswertes Zitat des 20jährigen von Hayek
"Es waren immer die
Konservativen, die dem Sozialismus Zugeständnisse gemacht haben und ihm
zuvorkamen. Als Befürworter des ‘Weges der Mitte’, ohne eigenes
Ziel, waren die Konservativen von dem Glauben geleitet, dass die Wahrheit
zwischen den Extremen liegen muss - mit dem Ergebnis, dass sie ihre Position
verschoben, so oft sich an einem der Flügel eine extreme Bewegung zeigte.
Aber
die Bewunderung der Konservativen für freies Wachstum gilt immer nur der
Vergangenheit. Es mangelt ihnen bezeichnenderweise der Mut, dieselbe ungeplante
Veränderung zu begrüßen, aus der neue Mittel menschlichen Bemühens
entstehen."
Weiterführende Links und Quellen
Friedrich
A. von Hayek - Gesellschaft e.V.
Hayek Institut
Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung
Friedrich-Naumann-Stiftung
Walter-Eucken-Institut
Literatur von und über Hayek
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