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Gustav Stresemann 

Außenminister und Vorsitzender der Deutschen Volkspartei (DVP)

 

Beruflicher und privater Werdegang

Gustav Stresemann wird am 10. Mai 1878 als Sohn des Bierhändlers Ernst Stresemann in Berlin geboren. Nach seiner Schulzeit besucht er als einiges Kind der Familie die Universität und studiert er von 1897 bis 1900 Nationalökonomie. Er Promotion schließlich über die Berliner Bierindustrie. Während der Jahre 1902 und 1908 ist er Rechtsbeistand des Verbands sächsischer Industrieller. Stresemann heiratete 1903 die Tochter eines jüdischen Industriellen Käte Kleefeld und hat mit Ihr zwei Söhne. Gustav Stresemann stirbt am 3. Oktober 1929 nach langer Krankheit in Berlin.

Politischer Werdegang

Im selben Jahr seiner Hochzeit wird er Mitglied er Nationalliberalen  Partei (NLP) und vertritt seine Partei von 1906 bis 1912 als Dresdener Stadtrat. 1907 wird er mit zudem mit 29 Jahren jüngstes Mitglied des Reichstag und sitzt in diesem bis 1912. Von 1914 bis 1981 ist er erneut Reichstagsabgeordneter und unterstützt als Mitglied des Deutschen Kolonialvereins unterstützt die Annexionspolitik der Reichsregierung.

Nach dem Tod seines Förderers Ernst Bassermann, übernimmt er den Parteivorsitz der National Liberalen Partei. 

Während der Gründung der Weimarer Republik gibt es Bestrebungen zur Gründung einer liberalen Partei. Da die Linksliberalen Stresemann wegen dessen Haltung zur Annexionspolitik nicht im Vorstand sehen wollen, betreibt er die Umgründung der NLP in die Deutschen Volkspartei (DVP).

Stresemann gehört der verfassungsgebenden Nationalversammlung und von 1920 bis zu seinem Tod 1929 dem dem Reichstags an. 
13. August 1923 wird Stresemann wird Reichskanzler einer Großen Koalition von DVP, Zentrum, Deutscher Demokratischer Partei (DDP) und Sozialdemokratischer Partei Deutschlands (SPD). Er ordnet die Aufgabe des passiven Widerstands gegen die Ruhrbesetzung an und erreicht das Ende der Inflation durch die Einführung der Deutschen Rentenbank und die Währungsreform am 15. November.

Am 2. November des gleichen Jahres muss er aber schon als Reichkanzler zurücktreten, nachdem ihm die SPD wegen der 
unterschiedlichen Vorgehensweise gegen die Unruhen in Sachsen, Thüringen und Bayern das Vertrauen entzieht. Stresemann gehört aber allen folgenden Kabinetten als Außenminister an und begründet damit die Serie erfolgreicher liberaler Außenpolitik. 

Stresemann sucht durch Annäherung an Frankreich die außenpolitische Isolation des Deutschen Reiches aufzubrechen. Er ist maßgeblich 1924 an den Verhandlungen zum Dawes-Plans beteiligt, der eine Reduzierung der Reparationsleistungen des Deutschen Reichs vorsieht.

In den Locarno-Verträgen 1925 erreicht Stresemann einen gegenseitigen Verzicht Deutschlands, Frankreichs und Belgiens auf eine gewaltsame Veränderung ihrer gemeinsamen Grenzen. Er erhält dafür zusammen mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand 1926 den Friedensnobelpreis.

Drei Jahre später ist Stresemann als erster deutscher Außenminister seit dem Versailler Vertrag wieder in Frankreich. Er unterzeichnet den Briand-Kellogg-Pakt, einen Nichtangriffsbündnis, dem sich sich insgesamt 63 Staaten anschließen.


Quellen und weiterführende Links

Gustav-Stresemann-Institut

Deutsches Historisches Museum

Stresemann Club - Nationalliberale in der FDP