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Die liberalen Parteien in Deutschland

Deutsche Fortschrittspartei (DFP)

Die Deutsche Fortschrittspartei, die sich 1861 gründete, war die erste politische Partei Deutschlands im heutigen Sinn, mit in einem Parteiprogramm formulierten politischen Zielen. Diese richteten sich am traditionellen Liberalismus und gründete sich aus dem Deutschen Nationalverein heraus. Nach dem preußischen Verfassungskonflikt in den 1860er Jahren kam es zwischen 1866 und 1868 noch vor der Gründung des deutschen Kaiserreichs zur wesentlichsten Spaltung des parteipolitisch organisierten deutschen Liberalismus, der Auswirkungen bis in Auseinandersetzungen der Gegenwart hat. Die beiden größten und bedeutendsten Abspaltungen der Deutschen Fortschrittspartei in der Zeit des Deutschen Kaiserreiches waren die Nationalliberale Partei (NLP) und die Deutsche Volkspartei (DtVP). 1884 fusionierte die Partei mit der Liberalen Vereinigung, einer Abspaltung der NLP, zur Deutschen Freisinnigen Partei.

Nationalliberale Partei (NLP)

Die Nationalliberale Partei (NLP), gegründet 1866/1867. Sie unterstützte die Regierungspolitik Bismarcks und die Vorherrschaft Preußens im Reich, favorisierte im Prozess der Reichseinigung deshalb eine kleindeutsche Lösung (ohne Österreich), und entwickelte sich sehr schnell in eine Richtung, in der die Einheit und Freiheit der Nation Vorrang vor demokratischen Freiheitsrechten hatte. Letztere traten bei den Nationalliberalen zunehmend in den Hintergrund. Bis 1881 und noch mal von 1897 bis 1891 war sie sie die stärkste Fraktion im Reichstag des Kaiserreichs und kooperierte mit der Konservativen Partei des Reichskanzlers. Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel die Nationalliberale Partei. Ihr größter Teil ging in der von Gustav Stresemann gegründeten Deutschen Volkspartei (DVP) der Weimarer Republik auf. 

Deutsche Volkspartei (DtVP)

Im Süden bildete sich 1868 sich die die Deutsche Volkspartei (DtVP) des Kaiserreichs. Sie forderte zunächst eine Reichseinigung als großdeutsche Lösung mit Österreich. Sie vertrat linksliberale Positionen, forderte föderalistische Strukturen im Reich und mehr demokratische Rechte für den Reichstag sowie Reformen für die ärmeren Schichten der Bevölkerung. Im Gegensatz zu den Nationalliberalen behielt die Forderung nach demokratischen Freiheitsrechten bei der DtVP Priorität vor der nationalen Einigung. 1910 fusionierte die Partei mit anderen linksliberalen Parteien (siehe Deutsche Freisinnige Partei) zur Fortschrittlichen Volkspartei. Aus der wiederum ging 1918 die Deutsche Demokratische Partei (DDP) hervor.

Deutsche Freisinnige Partei (DFP)

1984 gründete sich unter Eugen Richter die Deutsche Freisinnige Partei (DFP) aus der Liberalen Vereinigung und der Deutschen Fortschrittspartei. Anfänglich erzielte die DFP große Erfolge und erreichte bei ihrer ersten Reichtagswahl aus dem Stand 17,6 % der Stimmen. 1893 spaltete sich die Deutsche Freisinnige Partei wegen ihrer internen Spannungen, in die Freisinnige Vereinigung und die Freisinnige Volkspartei auf. 1910 fusionieren diese beiden liberalen Parteien, zusammen mit der Deutschen Volkspartei, wieder mit einander zur Fortschrittlichen Volkspartei.

Zu den wichtigsten Elementen der freisinnigen Parteien zählten das Eintreten für:

  • für den Freihandel und damit gegen Handelsbeschränkungen (Manchesterliberalismus),

  • die Trennung von Staat und Kirche (damit kein Antiklerikalismus),

  • die Freiheit des Individuums und weitere Rückführung absolutistischer Tendenzen, d.h., der obrigkeitsstaatlichen Geisteshaltung.

Sowie seine Ablehnung gegenüber

  • dem Kulturkampf,

  • dem Sozialistengesetz und gleichzeitig gegen den Sozialismus,

  • der Kolonialpolitik,

  • der Wehrpflicht,

  • der Sozialgesetzgebung,

  • dem Antisemitismus und die entstehenden antisemitischen Parteien.

Dieser entschiedene Liberalismus ging mit dem Tod von Eugen Richter unter und die folgenden Parteien nahmen zusehends sozialistische oder konservative Positionen auf. Dieses geschah aufgrund der aufkommenden Arbeiterbewegung, die dem Liberalismus den Ruf der als "fortschrittliche Partei" raubte und bis dahin von Arbeiterklasse unterstützt wurde.

Fortschrittlichen Volkspartei (FVP)

Unter Friedrich Naumann werden die liberalen, bürgerlichen Partei zur Fortschrittlichen Volkspartei (FVP) zusammengeführt. 1912 schloss die Partei mit der SPD ein umfassendes Stichwahlabkommen. Nach dem Ersten Weltkrieg löste sich die sich die Partei während der Novemberrevolution wieder auf.

Nach dem Krieg verhindert Naumann, dass Gustav Stresemann Mitbegründer einer ganzheitlichen liberalen Partei wird. Damit existieren in der Weimarer Republik wieder verschiedenen Liberale Parteien. Die neue DDP, mit Naumann als Vorsitzenden, tritt in die erste Regierung der Republik ein und beteiligt sich an mehreren weiteren Regierungen. Während sich der linke Flügel der Nationalliberalen Partei der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) anschloss, gründete sich aus der NLP heraus unter Gustav Stresemann die Deutsche Volkspartei (DVP). Die DVP stand zunächst der Republik kritisch gegenüber war aber nicht destruktiv gegen diese gerichtet, sondern verband ihre Kritik mit systemkonformen Reformvorschlägen. Auf dem DVP-Reichsparteitag 1926 in Köln bestätigte Stresemann, dass die DVP keine Neugründung gewesen ist, sondern laut Beschluss des Zentralvorstands der NLP bloß eine Umgründung der bisherigen Nationalliberalen Partei sei.

Deutsche Demokratische Partei

Die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) war an der so genannten Weimarer Koalition, zusammen mit der SPD und dem Zentrum, beteiligt und erreichte bei der Wahl zur Nationalversammung 18,6 % der Stimmen. Bereits 1920 verlor sie mehr als die Hälfte der Stimmen und musste von Wahl zu Wahl stetig Stimmenverluste hinnehmen.

Deutsche Volkspartei

Dagegen war die Deutsche Volkspartei (DVP) nach 1920 viele Jahre stabil geblieben. Unter ihrem Vorsitzenden Gustav Stresemann, 1923 zunächst Reichskanzler und bis zu seinem Tod im Jahr 1929  Reichsaußenminister, beginnt die Ära der liberalen Außenpolitik. Er sucht durch Annäherung an Frankreich die außenpolitische Isolation des Deutschlands aufzubrechen und ist maßgeblich 1924 an den Verhandlungen zum Dawes-Plans beteiligt. 1925 erhält Stresemann aufgrund der Locarno-Verträgen den Friedensnobelpreis. Er stand nach eigener Aussage aus Vernunftgründen hinter der Republik und versöhnte die Partei mit der demokratischen Staatsform, hatte jedoch im Industriellen Hugo Stinnes einen bedeutenden innerparteilichen Widersacher.

Nach Stresemanns Tod verlor die DVP in den nachfolgenden Jahren an Wählerstimmen und wurde zum Schluss aufgerieben.

Die DDP vereinigte sich 1930 nach heftigen innerparteilichen Auseinandersetzungen mit der aus der bündischen Tradition kommenden Volksnationalen Reichsvereinigung, bekannter unter dem Namen "Jungdeutscher Orden" und benannte sich um in Deutsche Staatspartei. Damit folgte sie dem nationalistischen Trend der Zeit am Ende der zunehmend krisengeschüttelten Weimarer Republik, die zu dieser Zeit im Grunde schon faktisch gescheitert war. Bedingt durch diese Entwicklung trat fast der gesamte linke Flügel aus der Partei aus, darunter auch der Pazifist und Friedensnobelpreisträger von 1927, Ludwig Quidde. Dieser linke Flügel der vormaligen DDP gründete die kurzlebige Radikaldemokratische Partei, die aber in den letzten Jahren der Republik politisch erfolglos blieb.

In der Zeit des Nationalsozialismus galt auch der Liberalismus als verfemt. Die entsprechenden Parteien wurden wie alle anderen demokratisch legitimierten Parteien verboten, wenn sie sich nicht selbst auflösten. Viele, vor allem linke Liberale wurden, wenn sie sich dem System nicht anpassten, politisch verfolgt oder sahen sich zur Emigration gezwungen.

Bis in die Gegenwart gelten unter anderen Persönlichkeiten wie Friedrich Naumann, Max Weber, Walther Rathenau, Gustav Stresemann, Hugo Preuß, Reinhold Maier, Theodor Heuss, Ludwig Quidde als Protagonisten des klassischen Liberalismus, wenn auch in sehr unterschiedlichen und letzten Endes teilweise gegensätzlichen politischen Ausprägungen.

Freie Demokratische Partei
[siehe auch Hauptartikel]

Während der Osten Deutschland im Sozialismus versang, vereinten sich im Westen die Vertreter des politischen Liberalismus noch vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wieder in einer Partei: die Freie Demokratische Partei (FDP). Sie Stand zunächst an der Seite der CDU / CSU im bürgerlichen Lager.

Nach der Bundestagswahl von 1969 begann eine Diskussion um einen Sozialliberalismus, der mit Beschluss der Freiburger Thesen auf dem FDP-Parteitag 1971 mündete. Die Thesen waren vor allem auf Karl-Hermann Flach, Werner Maihofer und Walter Scheel zurückzuführen. Gemeinsam mit der SPD wurde eine neue Ära in der deutschen Außenpolitik, insbesondere mit den Ostverträgen eingeleitet.

Nach 1998 ging die FDP nach Bildung der ersten Rot/Grünen-Koalition auf Bundesebene in die Opposition. Nach der Bundestagswahl 2005 wurde die FDP unter ihrem Spitzenkandidaten Guido Westerwelle mit 9,8 % der Wählerstimmen bzw. 61 Mandaten nach der CDU/CSU und der SPD wieder zur drittstärksten Fraktion im 16. deutschen Bundestag gewählt.

Obwohl es nach dem Zweiten Weltkrieg mit der FDP eine einzige liberale Partei gegründet wurde, bildeten stets die Bürgerrechtsliberalen (Sozialliberalen) und die Wirtschaftsliberalen zwei miteinander konkurrierende Flügel. Erst mit ihrem Vorsitzenden Guido Westerwelle gewinnt die Partei wieder ein einheitliches liberales Profil von politischen und wirtschaftlichen Liberalismus, wenngleich die Mehrheit der Partei unter politischen Liberalismus immer noch was anderes versteht.

So entsprechen die Programme der Partei beiden liberalen Grundsätzen. Westerwelle selber spricht von den zwei Seiten einer Medaille und vom ganzheitlichen Liberalismus.

Grafik zur Entwicklung der Parteien

Europa

Deutschland

Österreich

Schweiz

Deutsche Gemeinschaft

Lichtenstein

 

Frend of Israel

Suport Denmark

 

 

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