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Die Freiheit

„Freiheit, wenn sie erst einmal Wurzeln schlägt, ist eine rasant wachsende Pflanze.“
George Washington

Bereits im dritten Jahrhundert vor Christus wurde die Bedeutung des Begriffs bei den Sumerern nachgewiesen. Freiheit galt als Gegensatz zu Knechtschaft und Fremdbestimmung, als Freiheit vor Willkür und Sklaverei. Hier liegt auch die Hauptbedeutung des lateinischen libertas, und des gotischen „Freihals“, aus dem sich das heutige deutsche Wort „Freiheit“ entwickelte. „Freihals“ war der Hals, der kein Joch tragen musste.

Etymologie gesehen stammt das Wort "frei" von "fri" ab, was zugleich Frau bedeutet. Die Bedeutung "frei" entwickelt sich aus "eigen", vermutlich aus Wendungen wie "die eigenen Kinder". Jemand ist frei, wenn er "zu den Lieben gehört" und kann sich deshalb einiges herausnehmen. So kennzeichnet der Wortursprung der Freiheit einen Aspekt von Bindung und ist damit weit von dem heutigen Verständnis entfernt.

Der Bedeutungswechsel ist wahrscheinlich eine Folge aus der Bibelübersetzung von Martin Luther. Seitdem verstärkt sich die ansetzenden Befreiung des Einzelnen aus seiner Gemeinschaft, was später zur Entwicklung des Liberalismus führte.

Die Freiheit steht im Gegensatz zum Totalitarismus. Sie ist Voraussetzung wenn nicht sogar Synonym zur Auffassung einer modernen pluralistischen Demokratie. Bis heute gibt es Vertreter von nicht unbedingt liberalen Parteien, die sich als Liberale im Sinne der Aufklärung sehen. Die Regierung ist, möglichst weit im Hintergrund, zur Sicherung von Freiheit und Eigentum notwendig. Der Liberalismus unterscheidet sich somit vom Anarchismus.  

Der Begriff der Freiheit

Hambacher FestBereits im dritten Jahrhundert vor Christus wurde die Bedeutung des Begriffs bei den Sumerern nachgewiesen. Freiheit galt als Gegensatz zu Knechtschaft und Fremdbestimmung, als Freiheit vor Willkür und Sklaverei. Hier liegt auch die Hauptbedeutung des lateinischen libertas, und des gotischen „Freihals“, aus dem sich das heutige deutsche Wort „Freiheit“ entwickelte. „Freihals“ war der Hals, der kein Joch tragen musste.

Etymologie gesehen stammt das Wort "frei" von "fri" ab, was zugleich Frau bedeutet. Die Bedeutung "frei" entwickelt sich aus "eigen", vermutlich aus Wendungen wie "die eigenen Kinder". Jemand ist frei, wenn er "zu den Lieben gehört" und kann sich deshalb einiges herausnehmen. So kennzeichnet der Wortursprung der Freiheit einen Aspekt von Bindung und ist damit weit von dem heutigen Verständnis entfernt.

Der Bedeutungswechsel ist wahrscheinlich eine Folge aus der Bibelübersetzung von Martin Luther. Seitdem verstärkt sich die ansetzenden Befreiung des Einzelnen aus seiner Gemeinschaft, was später zur Entwicklung des Liberalismus führte.

Ein Verständnis von Freiheit

"Dieser Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist ..." Friedrich August von Hayek. Ein Verständnis von Freiheit ist Freiheit im politischen Sinne des Wortes. Die Möglichkeit ungehindert am öffentlichen Leben teilzunehmen. Sich als Bürger aktiv und passiv an demokratischen Wahlen zu beteiligen, seine Meinung ungehindert zu äußern und sich ungehindert über politische Vorgänge informieren und politischen Parteien beitreten zu können. 

Ein Verständnis von Freiheit ist aber auch die Möglichkeit eines jeden von uns einzelnen sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Den Erfolg im Leben zu suchen und zu gestalten. Dabei Chancen zu ergreifen und für sich selbst dafür die Verantwortung zu übernehmen, auch der Möglichkeit zu scheitern mit allen damit verbundenen Folgen.

Ein Verständnis von Freiheit bedeutet somit nicht nur ein Recht, sondern auch Verpflichtungen. Freiheit verlangt jedem von uns Aktivität und Anstrengung ab. Freiheit schließt die Freiheit der Wirtschaft ein und ist als gesellschaftliches Grundprinzip zu verstehen. Es ist die Meßlatte auf die viele politische und gesellschaftliche Entscheidungen angewandt werden können.

Wegbegleiter der Freiheit

John Stuart Mill (* 20. Mai 1806 in Pentonville, London; † 7. Mai 1873 in Avignon) einer der einflussreichsten liberalen Denker, Philosoph und Ökonom des 19. Jahrhunderts schrieb in seinem bedeutendsten Werk zur Freiheit Mill-Limit: „On Liberty“: "Das Prinzip (gemeint ist die Freiheit) lautet: dass der einzige Grund, aus dem die Menschheit, einzeln oder vereint, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mitglieder einzumischen befugt ist: sich selbst zu schützen. Dass der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gesellschaft rechtmäßig ausüben darf: die Schädigung anderer zu verhüten. Das eigene Wohl, sei es das physische oder moralische, ist keine Rechtfertigung. Mann kann einen Menschen nicht rechtmäßig zwingen, etwas zu tun oder zu lassen, weil es besser für ihn wäre, weil es ihn glücklicher machen, weil er nach Meinung anderer klug oder sogar richtig handeln würde. Dies sind wohl gute Gründe, ihn Vorhaltungen zu machen, mit ihm zu rechten, ihn zu überreden oder mit ihm zu unterhalten aber keinesfalls um ihn zu zwingen oder ihn mit Unannehmlichkeiten zu bedrohen, wenn er anders handelt.“  Vom Lehrer und Freund seines Vater James Mill, Jeremy Benthan wurde der Utilitarismus entwickelt. Die Werke Benthans gelten als Grundlage des klassischen Nationalökonomie. Mill als sozialer Reformer gilt als Vollender des klassischen Liberalismus. Dennoch gibt es auch Kritik an Mills Philosophie: Jeremy Bentham, James Mill und John Stuart Mill erhoben das allgemeine Stimmrecht und das Wohlergehen möglichst vieler Menschen zu einem Grundprinzip der politischen Moral und stellten auf diese Weise eine völlig willkürliche, wenn nicht widersprüchliche Beziehung zwischen Demokratie und Liberalismus her. Diese Beziehung, die inzwischen als selbstverständliche Wahrheit gilt, wird im modernen politischen Diskurs gebetsmühlenartig wiederholt und trägt viel zur Sinnentleerung des Liberalismus bei.. Anthony de Jasay

Ein weiterer wichtiger Begründer der Freiheit ist John Locke (* 29. August 1632 in Wrington bei Bristol; † 28. Oktober 1704 in Oates / Essex). Er veröffentlichte 1689 sein Werk Two Treatises of Government (Über die Regierung) schrieb er: In diesem postuliert er Leben, Freiheit und Eigentum als unveräußerliche Rechte des Bürgers. Der Staat hat den Zweck, diese Rechte zu schützen. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, hat das Volk ein Recht eine neue Regierungen einzusetzen. John Locke beeinflusste die Unabhängigkeitserklärung sowie die Verfassung der USA. Darüber hinaus die Verfassung des revolutionären Frankreichs und somit auch meisten Verfassungen bürgerlich- liberaler Staaten maßgeblich. Locke gilt als ein Hauptvertreter des englischen Empirismus. Er bildet zusammen mit George Berkeley (1684–1753) und David Hume (1711–1776) das große Dreigestirn der englischen Aufklärung und des aufkommenden Empirismus.

Der Franzose François-Marie Arouet genannt Voltaire (* 21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 in Paris) prägte mit seinem Ausspruch "Ich bin nicht Eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen, dass Ihr Euch ausdrücken könnt." das liberale Prinzip der Toleranz und der Meinungsfreiheit.

Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu (* 18. Januar 1689 auf Schloss La Brède bei Bordeaux; † 10. Februar 1755 in Paris) mit seinem 1748 veröffentlichten De l'esprit des lois (Vom Geist der Gesetze) als Begründer des Konzepts der Gewaltenteilung.

  • Sobald in ein und derselben Person oder derselben Beamtenschaft die legislative Befugnis mit der exekutiven verbunden ist, gibt es keine Freiheit.

  • Freiheit gibt es auch nicht, wenn die richterliche Befugnis nicht von der legislativen und von der exekutiven Befugnis geschieden wird. Die Macht über Leben und Freiheit der Bürger würde unumschränkt sein, wenn jene mit der legislativen Befugnis gekoppelt wäre; denn der Richter wäre Gesetzgeber. Der Richter hätte die Zwangsgewalt eines Unterdrückers, wenn jene mit der exekutiven Gewalt gekoppelt wäre.

  • Alles wäre verloren, wenn ein und derselbe Mann beziehungsweise die gleiche Körperschaft entweder der Mächtigsten oder der Adligen oder des Volkes folgende drei Machtvollkommenheiten ausübte: 

  • Gesetze erlassen

  • öffentliche Beschlüsse in die Tat umsetzen

  • Verbrechen und private Streitfälle aburteilen

Die Freiheit im Mittelalter

Große Teile der Bevölkerung im Mittelalter als Sklaven oder Leibeigene Eigentum der herrschenden Oberschicht, des Adels. Damals bedeutete Freiheit die Unabhängigkeit von einem Herren, der niedrigste adlige Stand war der Freiherr. Wenn ein leibeigener Bauer ein Jahr in einer Stadt gelebt hatte, war er frei. Mit der Industrialisierung kamen immer mehr freie Fabrikarbeiter und Bürgertums hinzu, bis schließlich in der bürgerlichen Revolution die Unfreiheit des Feudalismus beseitigt wurde. Seit dieser Zeit entwickelte sich der Begriff der Freiheit von der Abwesenheit von Sklaverei zum heutigen Begriff der Handlungsfreiheit.

Der Beginn einer neuen Freiheit

Es war der 30. September 1989 auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Prag campierten rund 4.000 Flüchtlinge aus der damaligen DDR. Es herrschten katastrophalen räumlichen und hygienischen Bedingungen. Der damalige Botschafter Hermann Huber berichtete, dass auf jeder Stufe des Treppenhauses jeweils zwei Personen übernachteten. Sie alle hatten alles in der DDR zurückgelassen. Ihre größtenteils bescheidene, aber doch auch sozial abgesicherte Existenz aufgegeben. Die Bundesregierung verhandelte seit Tagen mit der DDR-Regierung – unterstützt vom sowjetischen Außenministers Eduard Schewardnadse - über eine Lösung des Flüchtlingsdramas.

Um 18:58 Uhr betraten dann Außenminister Hans-Dietrich Genscher den Balkon des Kuppelsaals der Botschaft. Noch in der allgemeinen Verwirrung – es kehrte erst allmählich Ruhe ein – begann Genscher mit den Worten: „Liebe Landsleute, ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise...“ Er kam nicht weiter.

Die 4000 Menschen brachen im Angesicht Ihrer bevorstehenden Freiheit in einen unbeschreiblichen Aufschrei aus, in dem sich Jubel, Tränen, Erschöpfung und grenzenlose Erleichterung mischten.

Obwohl es als Erwiesen gilt, das der Grad der Freiheit in einer Gesellschaft, für deren gesamten Erfolg von unermesslicher Bedeutung ist, haben sich die Politiker und Medien in unserem Land mit dem Thema Freiheit weit weniger befasst als mit dem Thema der Gleichheit, das sich in vielerlei Hinsicht im Konflikt mit der Freiheit befindet. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland finden wir die Begriffe „frei“ und „Freiheit“ insgesamt 45mal. „Gleich“ und „Gleichheit“ kommen dagegen nur 14mal vor.

Zu einem Zeitpunkt, an dem ein Teil Deutschlands und der östliche Teil Europas die politische und wirtschaftliche Freiheit zurückerhielt, war Freiheit in der Medienberichterstattung und damit der öffentlichen Diskussion kaum ein Thema.

Medieninhaltsanalysen des Instituts für Publizistik der Universität Mainz zeigen, dass bereits wenige Monate nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 das Freiheitsthema aus der Berichterstattung der führenden deutschen Nachrichtenmedien weitgehend verschwand. Statt dessen schrumpfte die Berichterstattung über die Deutsche Einheit zusammen auf das Thema: Kosten der Einheit. Die Frage, welche Bedeutung die Freiheit beim Aufbau einer Gesellschaft hat und wie man mit der neu gewonnenen Freiheit verantwortlich umgehen kann, spielte in der Berichterstattung keine Rolle.

Der Begriff Freiheit aus heutiger Sicht

Heute wird dem Begriff der Freiheit eine der wichtigsten, aufregendsten, komplexesten und folgenreichsten, gleichwohl aber auch eine der gefährlichsten politisch-philosophischen „Formeln“ der Neuzeit subsumiert.

Im engeren Sinn ist Freiheit das Gegenteil von Unfrei (Gefangenschaft), im erweiterten Sinn bedeutet Freiheit das Fehlen von Eigenschaften. Ethisch ist Freiheit das Recht, die Möglichkeit und die Verpflichtung des Menschen zur Selbstbestimmung und zum Ausdruck seines freien Willens. Philosophisch wiederum ist Freiheit die Fähigkeit und Möglichkeit zur Entscheidung.

Nach der Definition von Friedrich Engels ist „Freiheit Einsicht in die Notwendigkeit“. Bei Rosa Luxemburg (da wir gerade bei Kommunisten sind) heißt es "Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden". Nach Friedrich August von Hayek ist Freiheit ein "Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist". Der Strukturalismus zeigt die zwangsweise Einschränkung von Freiheit durch die gesellschaftlichen Grundstrukturen!

Wir unterscheiden zwischen Freiheit von (negative Freiheiten) und Freiheit zu (positive Freiheiten). Wenn etwas nicht vorhanden ist bedeutet dies Freiheit von. Hierzu gehört Freiheit von Behördenwillkür oder Freiheit von Repressionen.

Die Erlaubnis, etwas ohne unnötige Einschränkungen zu tun oder zu vertreten ist hingegen die Freiheit zu. Hierunter fällt die Meinungsfreiheit: Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Eine Interpretation als Freiheit von entspräche gerade dem Gegenteil dessen, was man unter Meinungsfreiheit (das wäre dann frei von einer Meinung) versteht.

Es gibt aber auch bestimmte Situationen in denen es keine Übereinstimmung der Interpretationen gibt. So verstehen manche die Freiheit von Religion so, dass außerhalb des privaten und des explizit religiösen Bereichs die Religion nicht ausgedrückt werden sollte, z.B. das aufhängen von Kreuzen in Schulen. Andere wiederum verstehen darunter die Freiheit zu, also die Freiheit, auch in der Schule Kreuze aufhängen zu können.

"Liberale wissen, verantwortliche Politik muss der Freiheit und der Würde jedes einzelnen Menschen dienen. Aber Freiheit und Verantwortung gehören für uns Liberale untrennbar zusammen. Es waren Liberale, die dafür gesorgt haben, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht nur ein liberaler Rechtsstaat, sondern auch ein sozialer Rechtstaat durch eine freiheitliche Wirtschaftsordnung sein soll." Hans-Dietrich Genscher (1991)

Das Freedom House gibt einen jährlich Karte heraus, die den Grad der Freiheit in den Ländern aufzeigt: map of freedom


Quellen

John Stuart Mill - Mill-Limit

John Locke - Über die Regierung (1669)

Deutsche Nationalbibliothek

Deutsche Botschaft Prag


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Österreich

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Deutsche Gemeinschaft

Lichtenstein

 

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Suport Denmark

 

 

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