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Ludwig Heinrich von Mises

Österreichischer Ökonom

 

Beruflicher und privater Werdegang

Ludwig Heinrich von Mises wurde 1881 in Lemberg, Österreich-Ungarn geboren. Der Vater war als Ingenieur bei den österreichisch-ungarischen Staatsbahnen beschäftigt, seine Mutter stammte aus einer angesehenen bürgerlichen Familie. Einer ihrer Onkel war Abgeordneter der liberalen Partei im österreichischen Parlament. Der Bruder von Ludwig war der Mathematiker Richard von Mises. 

Von Mises war ab 1906 Mitarbeiter der Handels- und Gewerbekammer in Wien und leitete dort die Finanzabteilung; er lehrte ab 1913 in einer unbezahlten Privatdozentur, ab 1918 als Professor an der Universität Wien sowie ab 1934 am Institut universitaire de hautes études internationales in Genf. Er gründete er das Institut für Konjunkturforschung und engagierte Friedrich August von Hayek als dessen ersten Direktor. Mit ihm zusammen begründete er 1947 die Mont Pèlerin Society, eine liberale Denkfabrik. Von Mises war einer der führenden Wirtschaftsberater der österreichischen Regierung. Bedeutende Schüler von Mises' sind neben Hayek etwa Hans-Herman Hoppe und Murray Rothbard. Über diesen gingen Gedanken von Mises' in den Libertarismus ein.

Aus der Schweiz emigrierte von Mises im Jahr 1940 in die USA. Dort unterrichtete er von 1945 bis 1969 – damals als ältester lehrender Professor in den USA – an der Universität von New York.

Von Mises war zunächst Anhänger der historischen Schule um Gustav von Schmoller, wurde aber nach Bekanntschaft mit den Schriften Carl Mengers zum überzeugten "Österreicher". Er studierte ab 1903 bei Eugen von Böhm-Bawerk und erweiterte dessen Lehren. Mit der Veröffentlichung der Schrift Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel (1912), verteidigte er den Goldstandard und wurde er in ganz Europa bekannt.

1922 begründete er in seinem Buch Die Gemeinwirtschaft (später engl. als Socialism), dass eine reine Planwirtschaft nicht funktionieren könne, weil es in ihr keinerlei Möglichkeit gebe, Preise zu bestimmen. Er sollte 70 Jahre später mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaftssysteme Bestätigt werden.

Von Mises hielt den Kapitalismus für einen Garanten menschlicher Freiheit und das einzig funktionsfähige Wirtschaftssystem. Nur durch freies Wirtschaften sei der moderne Stand der Produktion entstanden und nur damit könne er fortbestehen. Jeden staatlichen Eingriff, der über den Nachtwächterstaat hinausging, hielt er für gefährlich. Seiner Theorie nach würden solche Interventionen immer weitere nach sich ziehen und schließlich zum Sozialismus führen, der wiederum zu einer radikalen Senkung des allgemeinen Wohlstands führe. 

In den 20er und 30er Jahren war von Mises einer der wenigen deutschsprachigen Intellektuellen, die am klassischen Liberalismus festhielten. Zwischen 1920 und 1934 hatte er eine unbezahlte Privatdozentur, während er als als Berater der Österreichischen Handelskammerarbeitete. Dieses Privatseminar war der Treffpunkt von Europas Ökonomen. In seinem Buch Liberalismus von 1927 versuchte er diesen auf utilitaristischer Grundlage logisch zu begründen. Hier nahm er auch Stellung zum aufkommenden Faschismus in Europa und beschrieb ihn als Bewegung, die die Empörung der Menschen über die Gewalttaten des Bolschewismus in der Sowjetunion in Gegengewalt umsetzte. Mises erwartete, dass der Faschismus in Europa aufgrund der stärkeren liberalen Tradition mitteleuropäischer Gesellschaften eine Mäßigung ihrer Gewalt im politischen Prozess erfahren würde und schrieb, teils vorausschauend: "Was die liberale Taktik von der faszistischen scheidet, ist nicht die Auffassung über die Notwendigkeit, bewaffneten Angreifern mit den Waffen Widerstand zu leisten, sondern die grundsätzliche Einschätzung der Rolle, die der Gewalt im Machtkampfe zukommt. Die große Gefahr, die von Seite des Faszismus in der Innenpolitik droht, liegt in dem ihn erfüllenden Glauben an die durchschlagende Wirkung der Gewalt." und konzedierte dennoch: "Es kann nicht geleugnet werden, dass der Faszismus und alle ähnlichen Diktaturbestrebungen voll von den besten Absichten sind und dass ihr Eingreifen für den Augenblick die europäische Gesittung gerettet hat. Das Verdienst, das sich der Faszismus damit erworben hat, wird in der Geschichte ewig fortleben." [1]

Obwohl er persönlich durchaus konservative Wertvorstellungen hatte, trat er auch für die Legalisierung von Drogen ein. Das wichtigste Mittel zum internationalen Frieden sah er im Abbau sämtlicher Handelshemmnisse; zudem lehnte er staatliche Schulen ab, da er in diesen - vor allem im damaligen Osteuropa - ein Mittel zur Unterdrückung von Minderheiten sah.

1940 veröffentlichte er das Buch Nationalökonomie das die gesamten Lehren der "Österreichischen Schule" zusammenfassen sollte. Noch einmal deutlich erweitert erschien dieses Werk 1949 in den USA unter dem Titel Human Action. Es sollte eine vollständige Wissenschaft vom menschlichen Handeln liefern, die von Mises Praxeologie nannte. Als einzige korrekte Methode dieser Praxeologie, die die Wirtschaftswissenschaft als Teilgebiet umfassen sollte, sah von Mises logisch-deduktives Schließen. Die Praxeologie könne so objektive, a priori wahre Gesetze feststellen. Das Buch wurde in weiteren Auflagen noch erweitert und umfasste schließlich knapp 1.000 Seiten.

Unter den weiteren Werken sind bedeutend: Bureaucracy (dt. Die Bürokratie), in dem er eine Theorie des bürokratischen Wirtschaftens aufstellte und darlegte, dass Bürokratie notwendige Folge staatlicher Tätigkeit sei, sowie einige theoretische Schriften, die sich mit der Methodik der Ökonomie befassten und in denen er seine Praxeologie zu begründen und verteidigen versuchte. 

Ludwig von Mieses war einer der wichtigsten Vertreter der liberalen Österreichischen Schule der Ökonomie im 20. Jahrhundert, er starbt 10. Oktober 1973 in New York. 

Weiterführende Links

Ludwig von Mises Institute

mises.de - Die österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre

Mehr Freiheit - Weniger Staat

Literatur von Ludwig von Mises


Quellen

[1]   Liberalismus, S. 45, Faszismus = aus dem Italienischen abgeleitete, damals übliche Schreibweise für heute Faschismus

Europa

Deutschland

Österreich

Schweiz

Deutsche Gemeinschaft

Lichtenstein

 

Frend of Israel

Suport Denmark

 

 

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