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Milton Friedman

Amerikanischer Ökonom

von Dr. Adolf Rasch

"The argument for collectivism is simple and false; it is an immediate emotional argument. The argument for individualism is subtle and sophisticated; it is an indirect rational argument. And the emotional faculties are more highly developed in most men than the rational, paradoxically or especially even in those who regard themselves as intellectuals."

Leben

Milton Friedman wurde am 31. Juli 1912 in New York City als das vierte Kind von Sarah Ethel, geborene Landau, und Jeno Saul Friedman geboren. Seine Eltern stammten aus Beregszasz in Karpatho-Ruthenien, das zur Zeit ihrer Auswanderung zu Österreich-Ungarn gehörte. Ein Jahr nach seiner Geburt zog seine Familie nach Rahway in New Jersey, wo sein Vater als Unternehmer tätig war.

Mit 16 Jahren begann Friedman ein Studium der Mathematik an der Rutgers University. Unter dem Einfluss von Arthur Burns, der damals gerade seine Dissertation an der Columbia University fertig stellte, und von Homer Jones, der an seiner Dissertation an der Universität Chicago arbeitete, wandte sich Friedman bald der Ökonomie zu. Von Burns scheint Friedman viel gelernt zu haben, denn er schreibt: "[Burns] instilled a passion for scientific integrity and for accuracy and care that has had a major effect on my scientific work."

Nachdem er 1932 seinen ersten akademischen Titel an der Rutgers University erhalten hatte, entschloss sich Friedman, angeregt durch Homer Jones, zu einer Fortsetzung seiner Studien an der Universität Chicago. Dort belegte er unter anderem die Vorlesung über Preistheorie von Jacob Viner, der darauf bestand, daß die Studenten ihre Sitze in alphabetischer Reihenfolge einnahmen. Dadurch bekam Friedman den Sitzplatz neben Rose Director, der Schwester von Aaron Director. Rose betrieb ein Ph. D. Studium in Ökonomie und arbeitete als Assistentin von Frank Knight, während Milton Assistent des Ökonomie-Professors Henry Schultz war.

Die erste veröffentlichte Arbeit von Friedman war eine Kritik an "Professor Pigou's Method for Measuring Elasticities of Demand from Budgetary Data". Da A.C. Pigou, einer der angesehensten Ökonomen der damaligen Zeit, an der Universität Cambridge (UK) lehrte, reichte Friedman seinen Artikel bei dem dort publizierten Economic Journal ein, dessen Herausgeber John Maynard Keynes war. Wider Erwarten lehnte Keynes den Artikel ab. Friedman ließ sich davon nicht entmutigen und der Aufsatz erschien im November 1934 im Quarterly Journal of Economics der Harvard Universität.

Als die Columbia University Friedman ein sehr großzügiges Stipendium anbot, entschloss er sich, seine Dissertation an dieser Universität zu schreiben. Im September 1937 lud ihn der spätere Nobelpreisträger Simon Kuznets ein, im National Bureau of Economic Research mitzuarbeiten. Dort beschäftigte er sich vor allem mit der ökonomischen Situation der Angehörigen der freien Berufe, wie Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer. Die dabei erzielten Forschungsergebnisse wurden zur Grundlage seiner Dissertation Income from Independent Professional Practice. Obwohl die Arbeit bereits 1941 fertig gestellt war, konnte sie erst vier Jahre später publiziert werden, weil ihre These, dass staatliche Beschränkungen der Zulassung zu den freien Berufen die Preise künstlich erhöhen und das Angebot verschlechtern, auf heftigen Widerstand in politisch einflussreichen Kreisen stieß.

Am 25. Juni 1938 heirateten Rose Director und Milton Friedman. Ihre Tochter Janet wurde 1943 geboren, ihr Sohn David 1945.

Von 1941 bis 1943 arbeitete Friedman in der Abteilung für Steuerforschung des Finanzministeriums. In jener Zeit wurde vom US-Staat der automatische Vorabzug der Einkommensteuer (withholding tax) eingeführt, der die Arbeitgeber zwingt, die Lohnsteuer ihrer Arbeitnehmer direkt an das Finanzamt abzuführen. Friedman bezeichnet seine damalige Mitarbeit an dieser Ausweitung der Staatsmacht als den größten politischen Fehler seines Lebens.

Im September 1946 begann Friedman seine Lehrtätigkeit an der Universität Chicago, die er drei Jahrzehnte lang ausübte. In 1953 veröffentlichte er den Aufsatz The Methodology of Positive Economics, in dem er die empirischen Forschungsmethoden der Naturwissenschaften auf die Ökonomie übertrug. In den folgenden Jahren beschäftigte sich Friedman intensiv mit der Lehre von John Maynard Keynes. Seine Kritik daran findet in A Theory of the Consumption Function (1957) ihren Ausdruck. Sein Hauptwerk A Monetary History of the United States, 1867 - 1960 (1963), das er zusammen mit Anna Schwartz verfasste, beweist, dass Änderungen der Geldmenge einen sehr großen Einfluss auf die Konjunktur haben.

Angeregt durch Friedrich von Hayek, dessen Bestseller The Road to Serfdom 1944 erschienen war, begann Friedman, Werke für das allgemeine Publikum zu schreiben. Seine erste populärwissenschaftliche Abhandlung, die er zusammen mit George Stigler verfasste, war Roofs or Ceilings?, die 1946 von der Foundation for Economic Education veröffentlicht wurde. In ihr wenden sich Friedman und Stigler gegen jegliche Mietpreisbindung durch den Staat.

Im April 1947 gehörte Friedman zu den Gründungsmitgliedern der liberalen Mont Pèlerin Society. Friedman bemerkte dazu: "Here I was, a young, naive provincial American, meeting people from all over the world, all dedicated to the same liberal principles as we were; all beleaguered in their own countries, yet among them scholars, some already internationally famous, others destined to be; making friendships which have enriched our lives, and participating in founding a society that has played a major role in preserving and strengthening liberal ideas."

Auf Einladung des William Volker Charities Fund hielt Friedman in den 50er Jahren Vorträge zu zentralen Politikfeldern, wie Arbeitslosigkeit, Monopole, gesetzliche Sozialversicherung, internationaler Handel. Diese Vorträge wurden in überarbeiteter Form die Grundlage seines Buches Capitalism and Freedom (1962), das bis heute eine Auflage von mehr als 500.000 Exemplaren erreicht hat.

In 1966 beschlossen die Herausgeber des Nachrichtenmagazins Newsweek, die seit zwei Jahrzehnten vom liberalen Journalisten Henry Hazlitt geschriebene Kolumne einzustellen und statt dessen abwechselnd drei Ökonomen zu wirtschaftlichen Themen Stellung nehmen zu lassen: Friedman als Sprecher der Liberalen, Paul Samuelson als Vertreter der Keynesianer und Henry Wallich zur Darstellung eines dritten "Mittelweges". Es gibt drei Sammlungen von Friedmans Newsweek-Kolumnen: An Economist's Protest (1972), There's No Such Thing as a Free Lunch (1975), Bright Promises, Dismal Performance (1983).

In 1976, zweihundert Jahre nach der Veröffentlichung von Adam Smiths The Wealth of Nations, wurde Friedman mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Zusammen mit seiner Ehefrau gestaltete Friedman eine Serie von zehn einstündigen Beiträgen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, die unter dem Titel Free to Choose ab Januar 1980 ausgestrahlt wurde und ein Millionenpublikum erreichte. Das Begleitbuch zur Serie wurde auf der Bestsellerliste für Sachbücher die Nummer 1 in 1980. Friedman sagt dazu: "The book 'Free to Choose', which we wrote to accompany the video, is ... the only book [of ours] that is based almost entirely on spoken rather than written English. Partly for that reason, it has sold many more copies than any other book that we have written."

Friedman hat sich intensiv an politischen Auseinandersetzungen beteiligt, obwohl er nie ein öffentliches Amt anstrebte. In 1969 berief ihn Präsident Nixon in die Advisory Commission on an All-Volunteer Armed Force. Es ist nicht zuletzt Friedman zu verdanken, daß die Beratungskommission einstimmig die Einführung einer Freiwilligen-Armee empfahl. Am 27. Januar 1973 endete die Wehrpflicht in den USA. In 1971 folgte die US-Regierung seiner Empfehlung, die festen Wechselkurse des Dollars gegenüber ausländischen Währungen abzuschaffen. Wie von Friedman vorausgesagt, haben die frei auf den Devisenmärkten ausgehandelten Wechselkurse den staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft gemindert und dadurch die konjunkturelle Entwicklung stabilisiert.

Friedman unterstützte Volksabstimmungen zur Begrenzung der staatlichen Ausgaben und zur Senkung von Steuern. Als besonders wichtig erachtet er die allgemeine Einführung von Bildungsgutscheinen, die er im 6. Kapitel von Capitalism and Freedom beschreibt und begründet. Um die Bemühungen zur Privatisierung staatlicher Schulen zu unterstützen, gründete er mit seiner Ehefrau die Milton and Rose Friedman Foundation. Friedman stellte fest:"Schooling is one of the technically most backward of our major industries".

Nach seiner Emeritierung im Jahr 1977 verließ er die Universität Chicago, um einen Ruf der Hoover Institution der Stanford University anzunehmen, wo er bis ins hohe Alter arbeitete. Milton Friedman starb am 16.11.2006 in San Francisco.

Werk

In Capitalism and Freedom (1962) macht Friedman konkrete Vorschläge für eine Liberalisierung der Wirtschaft. Er fordert unter anderem:

  • Beendigung der Subventionszahlungen an die Wirtschaft.

  • Abschaffung aller Zölle und mengenmäßigen Importbeschränkungen.

  • Verzicht auf staatlich garantierte Mindestlöhne.

  • Freien Zugang zu allen Berufen, d. h. Aufhebung aller staatlichen Zulassungsbeschränkungen.

  • Streichung aller staatlichen Mittel für den sozialen Wohnungsbau.

  • Vollständige Privatisierung der gesetzlichen Sozialversicherung.

  • Aufhebung des Postmonopols.

  • Abschaffung der Wehrpflicht.

  • Finanzielle Gleichstellung privater und staatlicher Schulen durch die Ausgabe von Bildungsgutscheinen an alle Eltern schulpflichtiger Kinder und Jugendlicher.

In A Monetary History of the United States (1963) beweisen Friedman und Anna Schwartz, daß Änderungen der Geldmenge einen sehr großen Einfluß auf den Konjunkturzyklus haben. Das betrifft sowohl den konjunkturellen Aufschwung als auch den Abschwung. Bis zum Erscheinen des Buches galt in der Ökonomie die Auffassung von Keynes: "money doesn't matter". Friedman und Schwartz weisen in dem 860-Seiten Buch jedoch anhand einer bis dahin unerreichten Fülle empirischer Daten nach, daß diese Auffassung falsch ist.

In dem Werk wird der Nachweis erbracht, daß die katastrophale Depression der 1930er Jahre auf Fehler in der Geldpolitik zurückzuführen ist. Friedman und Schwartz stellen fest: "From the cyclical peak in August 1929 to the cyclical trough in March 1933, the stock of money fell by over a third." Die Zentralbank der USA hatte in einer Situation, in der eine Erhöhung der Geldmenge angemessen gewesen wäre, die Geldmenge um ein Drittel reduziert. Die Weltwirtschaftkrise beruhte nicht auf einem Marktversagen, wie die Keynesianer behaupten, sondern auf einem Regierungsversagen. Friedman: "The fact is that the Great Depression, like most other periods of severe unemployment, was produced by government mismanagement rather than by any inherent instability of the private economy."

In A Theory of the Consumption Function (1957) wies Friedman nach, daß die von Keynes unterstellte eindeutige Beziehung zwischen den Konsumausgaben eines Haushalts und seinem jeweiligen Einkommen nicht existiert. Die Haushalte bestimmen die Höhe ihrer Konsumausgaben in Abhängigkeit von ihren langfristigen Einkommenserwartungen, kurzfristige Einkommensänderungen werden hingegen meistens ignoriert. Dadurch können staatliche Einkommenstransfers nicht so viel an Konsumnachfrage stimulieren, wie von den Keynesianern angenommen. Friedman zeigte, daß der von Keynes unterstellte Multiplikatoreffekt staatlicher Ausgaben in der Realität kaum nachweisbar ist.

Friedman begründet in seinen Arbeiten, warum der Kapitalismus seiner Natur nach ein stabiles System ist und zu Vollbeschäftigung führt, wenn er nicht durch staatliche Interventionen gestört wird. Die Keynesianer gehen von der Annahme aus, daß Adam Smiths unsichtbare Hand nur wirken könne, wenn auf makroökonomischer Ebene die sichtbare Hand von Keynes für Stabilität sorge. Dem entgegnet Friedman: "It is now widely agreed that the Keynesian proposition is erroneous on the level of pure theory ... There always exists in principle a position of full employment equilibrium in a free market economy."

Friedman gilt als der Begründer des Monetarismus. Nach dieser Lehre ist die Festlegung der Geldmenge ausschlaggebend für die Steuerung des Wirtschaftsablaufes. Eine unabhängige Notenbank sollte die Geldmenge nach einer vorher bestimmten Formel in Abhängigkeit von der Warenmenge festlegen. Weitere staatliche Eingriffe in die Wirtschaft haben zu unterbleiben. Der Kapitalismus findet von selbst ein optimales Gleichgewicht, wenn er vom Staat nicht gestört wird. Die Störungen des wirtschaftlichen Ablaufs sind vor allem der staatlichen Geld-, Kredit- und Fiskalpolitik zuzuschreiben.

Friedman hatte einen großen Anteil am Aufstieg der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Chicago zu Weltruhm. Die so genannte Chicagoer Schule betont die Relevanz der neoklassischen Theorie für die Erklärung wirtschaftlichen Verhaltens. Zentrale Bedeutung hat für sie das von dem klassischen Ökonomen Jean-Baptiste Say formulierte Gesetz der Märkte, auch Saysches Theorem genannt, das erklärt, warum in einem freien Markt sich immer ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage einstellt. Jeder staatliche Eingriff behindert und stört die Selbstheilungskräfte des Marktes.

Die Chicago-Schule fordert deshalb, dass der Staat sich aus der Privatwirtschaft herauszuhalten hat, weil seine Eingriffe sich entweder als unwirksam oder schädlich erwiesen haben. Der unregulierte Markt ist die Sphäre der Freiheit und Vielfalt, der die politische Sphäre als freiheitsfeindlicher Gegenpol gegenübersteht. Machtkonzentrationen und Monopole haben bei Regierung und Gewerkschaften eine sehr schädliche Wirkung, da sie mit politischen Zwangsmitteln durchgesetzt und aufrecht erhalten werden können. Ein marktbeherrschendes privates Unternehmen hat hingegen niemals eine ähnliche Macht und es ist zu erwarten, dass der globale Wettbewerb Alternativen für die Verbraucher hervorbringt. Die Chicago-Schule lehnt deshalb eine Antimonopol-Politik ab.

Für Friedman ist die neoklassische Wirtschaftstheorie nicht eine bloße Ansammlung von abstrakten und vielfach mathematisch formulierten Lehrsätzen, sondern vor allem ein Werkzeugkasten von ökonomischen Analyseinstrumenten, mit denen sich alle praktischen Probleme lösen lassen. Die neoklassische Ökonomie ist eine Erfahrungswissenschaft. Alle von ihr gemachten Aussagen sind empirisch zu testen.


Literatur von Milton Friedman


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