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"Freiheit ist der Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang
durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist."
Friedrich von Hayek
Bereits im
dritten Jahrhundert vor Christus wurde die Bedeutung des Begriffs bei den
Sumerern nachgewiesen. Freiheit galt als Gegensatz zu Knechtschaft und
Fremdbestimmung, als Freiheit vor Willkür und Sklaverei. Hier liegt auch die
Hauptbedeutung des lateinischen libertas, und des gotischen „Freihals“, aus dem
sich das heutige deutsche Wort „Freiheit“ entwickelte. „Freihals“ war der Hals,
der kein Joch tragen musste.
Etymologie
gesehen stammt das Wort "frei" von "fri" ab, was zugleich Frau bedeutet. Die
Bedeutung "frei" entwickelt sich aus "eigen", vermutlich aus Wendungen wie "die
eigenen Kinder". Jemand ist frei, wenn er "zu den Lieben gehört" und kann sich
deshalb einiges herausnehmen. So kennzeichnet der Wortursprung der Freiheit
einen Aspekt von Bindung und ist damit weit von dem heutigen Verständnis
entfernt.
Der
Bedeutungswechsel ist wahrscheinlich eine Folge aus der Bibelübersetzung von
Martin Luther. Seitdem verstärkt sich die ansetzenden Befreiung des Einzelnen
aus seiner Gemeinschaft, was später zur Entwicklung des Liberalismus führte.
Obwohl die
gedanklichen Wurzeln des politischen Liberalismus in das klassische Altertum
zurückgehen und seine Ideale mit der Renaissance in Italien wieder auftauchen,
kann der Beginn seiner kontinuierlichen Entwicklung doch kaum früher als im
England des 17. Jh. angesetzt werden.
Ein
wichtiger Begründer der Freiheit ist John Locke (*
29. August 1632 in Wrington bei Bristol; † 28. Oktober 1704 in Oates / Essex).
In seinem 1689 veröffentlichtem Werk
Two Treatises of Government (Über die Regierung) schrieb er,
dass in einem postulierten Leben, Freiheit und Eigentum als unveräußerliche Rechte des Bürgers
seien. Der
Staat hat den Zweck, diese Rechte zu schützen. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, hat
das Volk ein Recht eine neue Regierungen einzusetzen. John Locke beeinflusste die Unabhängigkeitserklärung
sowie die Verfassung der USA. Darüber hinaus die Verfassung des revolutionären Frankreichs und
somit auch meisten Verfassungen bürgerlich- liberaler Staaten maßgeblich. Locke gilt als ein Hauptvertreter des englischen Empirismus. Er bildet zusammen mit
George Berkeley (1684–1753) und
David Hume (1711–1776) das große Dreigestirn der englischen Aufklärung und des aufkommenden Empirismus.
Die drei Säulen
der politischen Freiheit liegen untrennbar beieinander und drücken sich in den
Grundsätzen der Meinungsfreiheit, der
Herrschaft des Gesetzes und des
Sondereigentums und der damit zusammenhängenden
Wettbewerbswirtschaft aus.
Der
Franzose François-Marie Arouet genannt Voltaire (*
21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 in Paris) prägte
mit seinem Ausspruch "Ich bin nicht Eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen,
dass Ihr Euch ausdrücken könnt." das liberale Prinzip der Toleranz und
der Meinungsfreiheit.
Die
Meinungsfreiheit ist von den drei Säulen die wichtigste, nur mit ihr kann
die Einsicht in die Macht der Ideen transportiert werden. Nur durch die
Meinungsfreiheit kann es zu einer Überwindung von Irrtümern kommen; sei es,
eine Mehrheit hält diese für wahr (Klimawandel)
oder falsch (Zuwanderung).
Was zunächst
als Religions- und Gewissensfreiheit begann, entwickelte sich schnell als
Pressefreiheit, Rede- und Versammlungsfreiheit und als akademische
Lehrfreiheit. So dass schließlich unter jeder Regierungsform die
öffentliche Meinung, die Politik bestimmt.
Eng mit dem ersten Prinzip verbunden und nicht weniger grundlegend ist die
Herschafft des Gesetzes oder auch der Rechtsstaat. Das wesendliche im
Rechtsstaat ist die feste Bindung jedwede Art der Gewaltausübung, die jede Form
der Willkür ausschließt. Diese Regeln gelten in gleicher Weise für Regierte und
Regierungen, mit dem Ziel, der Gleichheit vor dem Gesetz und der allgemeinen
Verminderung der Macht, die Menschen (Regierungen und/oder Parlamente) über
Menschen ausüben. Sehr häufig wird dieses Prinzip und seine Folgen verkannt, da
es sehr weitgehende materielle Beschränkung
des Umfanges der zulässigen Regierungstätigkeit nach sich zieht. Eine
Gleichbehandlung der Menschen durch das Gesetz (Verfahrensgleichheit), bedeutet immer, dass aufgrund der
Verschiedenartigkeit der Menschen, das Ergebnis ungleich sein muss.
Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brède et de Montesquieu
(* 18. Januar 1689 auf Schloss La Brède bei Bordeaux; † 10. Februar 1755 in
Paris) mit seinem 1748 veröffentlichten De l'esprit
des lois (Vom Geist der Gesetze) gilt als Begründer des
Konzepts der Gewaltenteilung.
Life, Liberty, Property" (Leben, Freiheit, Eigentum) war die Formel der freiheitlichen
Engländer des 17. und 18. Jh.. Die Anerkennung von Eigentum, insbesondre an
Produktionsmitteln und die sich daraus resultierende Selbstverantwortlichkeit
über deren freien Verwendung, sind zum Teil eine Folge und zugleich auch eine
Voraussetzung von Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit. Die Vertragsfreiheit
hängt auf das innigste mit der Herrschaft des Gesetzes zusammen. Der klassische
Liberalismus hat sich nur auf den Gegenstand der Regierungstätigkeit, nicht aber auf die
Regierungsform erstreckt.
Ludwig von Miese: "Aus seiner allgemeinen Abneigung gegen jede
Gewaltanwendung im Inneren wie in den äußeren Beziehungen der Staaten folgte
wohl, dass der ältere Liberalismus in der Frage, wer die Regierungsgewalt ausüben
sollte, der einzigen bekannten Methode einer friedlichen Entscheidung zuneigen
musste, der der Majoritätsentscheidung: "Lieber die Köpfe zählen, als sie
einschlagen." Aber im Grunde lag ihm mehr daran, die Wichtigkeit der politischen
Entscheidungen zu verringern, als daran, wer sie ausübte."
Weiterführende
Links
Friedrich August von Hayek - Politscher Liberalismus [pdf]
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